Montag, 21. Mai 2012 Home Home Kontakt Kontakt Impressum Impressum Datenschutz Datenschutz
Suche
Geschichte

Die Entstehungsgeschichte der Schwesternschaft Coburg

1900

Der damalige Coburger Landrat Schmidt macht sich Gedanken über einen immer deutlich werdenden Notzustand - es fehlen gut ausgebildete Krankenschwestern. Er regt an, einen Verein für ländliche Kranken- und Wohlfahrtspflege im Herzogtum Coburg zu gründen. Darauf hin wird am 22. Januar der Marienverein gegründet. Marienverein deshalb, weil die damalige Herzogin Marie hieß. Dieser Verein sollte die Aufgabe haben, Krankenschwestern selbst auszubilden. Der Marienverein fasst den Entschluss ein Mutterhaus zu gründen und es dem Verband der Krankenpflegeanstalten des Roten Kreuzes anzuschließen.

1901

Es wird die Marienhausstiftung gegründet. Das Mutterhaus wird im Beisein von Herzogin Marie eingeweiht. Es erhält den Namen "Marienhaus", den es bis heute trägt. Sitz ist die Seidmannsdorfer Straße. Die Ausbildung der Schwestern erfolgt im Landkrankenhaus.

1902

Das Landkrankenhaus wird Arbeitsfeld der Schwesternschaft.

1907

Nach dem Tod von Oberin Emma Ladendorf wird Mila Gottfriedsen die Schwesternschaft 43 Jahre lang als Oberin führen.

1909

Die Krankenpflegeschule am Krankenhaus wird staatlich anerkannt. Krankenschwestern werden auch außerhalb des Landkreises Coburg stark benötigt und deshalb werden viele von ihnen entsandt.

1911

Die Oberin wohnt im Landkrankenhaus, um die Ausbildung und die Erziehung der Schwestern best möglichst zu meistern.

1914-1918

Beginn des 1. Weltkrieges. 38 Schwestern und Hilfsschwestern des Marienhauses sind im Kriegseinsatz (Russland). 9 von ihnen begleiten Lazarettzüge, 14 sind in Kriegslazaretten nah der Front eingesetzt. In der Heimat sind 56 Schwestern, Hilfsschwestern und Helferinnen des Marienhauses in Lazaretten tätig, u. a. in 7 Reservelazaretten der Stadt Coburg.

1919

Auf einem Schwesterntag in Weimar bekennen sich die Vorstände der deutschen Rotkreuz-Schwesternschaften und die anwesenden Schwestern in überwältigender Mehrheit zum Mutterhausgedanken. So wird die Rotkreuz-Schwesternarbeit in Deutschland unter den gänzlich veränderten Verhältnissen der Nachkriegszeit in der gleichen Weise fortgesetzt wie vor dem Krieg.

1926

Das jetzige Marienhaus wird eingeweiht. In diesem befinden sich das Kinderheim, ein Speisesaal, das Unterrichtszimmer, der Andachtsraum, die Büros und die Wohnungen für vierzig Schwestern.

1932

Die bevorstehende Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wirft bereits ihre Schatten voraus. Das Kinderheim des Marienhauses wird geschlossen, da abzusehen ist, dass Parteieinrichtungen seine Aufgabe übernehmen werden.

1937

Der nationalsozialistische Staat greift mit einschneidenden Maßnahmen in das organisatorische Gefüge des Deutschen Roten Kreuzes und seiner Schwesternschaften ein. Das Reichsgesetz über das Deutsche Rote Kreuz vom Dezember 1937 bringt die "Gleichschaltung". Alle selbstständigen Rotkreuz-Organisationen werden aufgelöst. Es gibt nur noch das Deutsche Rote Kreuz. Das ist auch das Ende des Marienvereins.

1938

Das Vermögen der Schwesternschaft Marienhaus-Stiftung geht in das Eigentum des Deutschen Roten Kreuzes über, und die Schwesternschaft wird - wie alle deutschen Rotkreuz-Schwesternschaften - direkt dem Amt für Schwesternschaften im Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin unterstellt.

1939-1945

Zur großen Bewährungsprobe für die Marienhaus-Schwestern wird der 2. Weltkrieg. Von 1939-1945 sind 56 Coburger Rotkreuz-Schwestern in mobilen Sanitätseinheiten der Wehrmacht an allen Fronten eingesetzt. Andere pflegen in Heimlazaretten verwundete und kranke Soldaten. Nach dem politischen Anschluss Coburgs an Bayern werden Marienverein und Marienhaus dem Bayrischen Landesverein vom Roten Kreuz eingegliedert und dem neu gebildeten Kreisverband Coburg angeschlossen.

1949

Ein Gestellungsvertrag wird mit der Stadt Coburg geschlossen (Altenheim Neustadter Straße).

1950

Irmgard Stähle wird neue Oberin. Sie greift den Plan ihrer Vorgängerin auf und macht sich für den Bau des Schwesternaltenheimes stark.

1951

Die Anerkennung "e. V." erfolgt.

1952

Das Altenheim für die pensionierten Schwestern wird eingeweiht.

1962

Das Ernst-Faber-Haus (Altenheim der Diakonie) wird neues Arbeitsfeld.

1964

Das erste Schwesternwohnheim am Gustav-Hirschfeld-Ring, auf dem Gelände der Schwesternschaft Coburg, finanziert durch den Krankenhausverband, entsteht.

1965

Die Berufsfachschule Kinderkrankenpflege wird gegründet. Das Schwesternaltenheim wird erweitert, da die Zahl der pensionierten Mitglieder steigt. Im Gedenken an Mila Gottfriedsen, die 1965 stirbt, nennt man das Altenheim "Mila-Gottfriedsen-Haus".

1972

Rose Ernst wird Oberin. Es werden zwei neue Schwesternwohnheime und die Krankenpflegeschule durch den Krankenhausverband gebaut.

1976

Die Kinderkrippe (Träger: Landkrankenhaus), die 1968 eröffnet wurde, wird übernommen und von der Marienhausstiftung geleitet.

1977

Die Marienhausstiftung wird aufgelöst und der Name wird in "Schwesternschaft Coburg vom Bayerischen Roten Kreuz - Marienhaus - e. V." umgeändert.

1981

Das bisherige Altenheim für die pensionierten Schwestern wird umgebaut und eine Pflegestation wird geschaffen.

1989

Die Schwesternschaft übernimmt die Verpflegung für das Kuratorium für Heimdialyse und Nierentransplantation.

1990

Die Berufsfachschule für Altenpflege wird berufsbegleitend mit 20 Plätzen eröffnet (Träger: Schwesternschaft Coburg).

1992

Neubau der Berufsfachschule für Altenpflege direkt an das Marienhaus (75 Plätze). Derzeit sind 100 Plätze besetzt.

1994

Die ambulante Alten- und Krankenpflege (=Sozialstation) wird eröffnet (Sitz: Marienhaus).

1997

Die Kurzzeit- und Tagespflege im Mila-Gottfriedsen-Haus mit je 10 Plätzen und das Seniorenwohnzentrum "Bertelsdorfer Höhe" (Betreiber: Schwesternschaft Coburg) mit 112 Pflegeplätzen werden eröffnet.

2000

Oberin Rose Ernst geht in den Ruhestand.

2001

Elke Karl wird Oberin. Die Schwesternschaft Coburg besteht nun seit 100 Jahren. Der offizielle Teil der 100-Jahr-Feier findet im Kongresshaus Rosengarten statt.

2002

Barbara Ocker wird Oberin.

2003

Gestellungsvertrag mit der Diakonie (Ernst-Faber-Haus) endet.

2007

Gestellungsvertrag mit der Stadt Coburg (Altenheim in der Neustadterstraße) endet.

2008

Gestellungsvertrag mit dem Kreisverband Forchheim vom BRK wird abgeschlossen.

2009

100 Jahre Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Coburg GmbH. 45 Jahre Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege am Klinikum Coburg GmbH.

2010

20 Jahre Berufsfachschule für Altenpflege. Schließung der Ambulanten Alten- und Krankenpflege. Gestellungsvertrag mit dem Kreisverband Coburg vom BRK wird geschlossen. Gestellungsvertrag mit dem Kreisverband Fürth vom BRK wird abgeschlossen.